Workshop zu Visueller Kommunikation

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Neues, im Frühjahr 2018 erstmals organisiertes Schulungsangebot für Betriebsrätinnen und Betriebsräte, bereitgestellt von der Bildungsabteilung der GPA-djp.

Visuelle Kommunikation ist seit Jahren immer mehr in aller Munde. Vor allem via Internet verbreiten sich Bilder, visuelle funktionierende Inhalte. Wir haben uns überlegt, warum sollte Betriebsrätinnen und Betriebsräte da nicht mitspielen?


Ausschreibungstext

Titel: Die Welt der Bilder in der Arbeitswelt (WS)
Utl.: Visuelle Kommunikation in der Betriebsratsarbeit


Bekanntlich sagen Bilder oft mehr als 1000 Worte. Unser Workshop zielt vor diesem Hintergrund auf ein Ziel ab: die Kompetenzen des Betriebsrats als vielseitigem, souveränen Kommunikator zu stärken.

Dazu widmen wir uns

  • dem Einsatz von Bildern für die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebsrats,
  • der Analyse der Kommunikation der ArbeitgeberInnenseite sowie den Möglichkeiten von Gegendarstellungen,
  • der Nutzung praktischer Visualisierungswerkzeuge und dem Erlernen von Visualisierungstechniken für die Kommunikation den Betriebsrats.

Neben den praktischen Übungen zu jeder dieser Ebenen bieten wir in diesem Workshop eine Reihe kurzer Inputs, um das Verständnis der erlernten Fähigkeiten durch Hintergrundwissen zu vertiefen.

Dafür erinnern wir vor allem an die Wiener Methode der Bildstatistik. Wir lernen auch etwas darüber, wie politische Ästhetik heute in den Medien wirkt.

Darüber hinaus widmen uns der Vielfalt witziger Bildtypen, die jederzeit leicht zugänglich sind, unsere Inhalte transportieren helfen können und die wir im Betrieb für Schwarze Bretter, bei Betriebsversammlungen, in Betriebsratszeitungen oder -blogs verwenden können.


Ziele:

Die TeilnehmerInnen

  • lernen Möglichkeiten und Prinzipien visueller Kommunikation kennen;
  • lernen Aussagen durch das spielerische Ausprobieren verschiedener Bildtypen zu transportieren;
  • üben das praktische Arbeiten mit Templates und Visualisierungstechniken;
  • analysieren und verstehen mit welcher politischen Ästhetik die Arbeitgeberseite ihre Positionen verbreitet;
  • kennen die Geschichte der Wiener Methode der Bildstatistik im Überblick und erhalten dadurch Anregungen;
  • können das Potenzial neuer Medien (das „visual web“) gezielt nutzen;
  • verstehen, wie Bilder das Verstehen und Erinnern von Informationen fördern können.


Die TeilnehmerInnen sind eingeladen, Bildmaterialien aus dem Betrieb mitzubringen. Mitgebrachte Laptops oder Tablets mit W-Lan-Funktion können außerdem für das praktische Arbeiten im Workshop verwendet werden, sind aber keine Voraussetzung für die Teilnahme an dem Workshop.


TrainerInnen:
  • Dr. Petra Bernhardt ist Politikwissenschaftlerin und Coach. Sie forscht und lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und ist Mitglied des Forschungsschwerpunkts Visual Studies in den Sozialwissenschaften. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die visuelle politische Kommunikationsforschung.


Workshop Design

Der zweitägige Workshop ist für 20 TeilnehmerInnen gedacht.


Methodisches: Warum wir Sketchen & Zeichnen

Der praktische Teil des Workshops beginnt mit einer Einführung ins Zeichnen bzw. in die Produktion von Sketchnotes. Dabei handelt es sich um Zeichnungen, die aus Bildern, Texten und Strukturen bestehen. Sketchnotes werden häufige als Alternative zu konventionellen schriftlichen Protokollen verwendet (z.B. bei Vorträgen oder Konferenzen). Ihre Elemente bilden aber auch die Grundlage für komplexe Visualisierungstechniken wie beispielsweise Graphic Facilitation oder Visual Recording.

Im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche Vorlagen sowie Tutorials in verschiedenen Sprachen, die ins Sketchen einführen. Als Beispiele lassen sich Sketchnotes.de oder Sketchnoting.de nennen. Empfehlenswert sind außerdem die (englischsprachigen) Videos von "Bigger Picture", die wesentliche Elemente zeichnerischer Darstellung vermitteln.

Das eigenständige Zeichnen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem "Visual Mindshift", also einem visuellen Um/denken. Die WorkshopteilnehmerInnen aktivieren dabei Kompetenzen, die sie als Kinder regelmäßig genutzt haben, aber im Zuge des Bildungs- und Ausbildungswegs einer stärker textorientierten Vermittlung untergeordnet haben.

Beim Zeichnen gilt: es geht nicht um Kunst, es geht um die Botschaft. Dass das produzierte Bildmaterial nicht grafisch perfekt sein muss, um seine Wirkung zu entfalten, erkennen die TeilnehmerInnen bei einer Vorstellungsrunde mit eigenen Bildern. Die Zeichnungen helfen bei der Fokussierung auf wesentliche Aspekte sowie bei der Navigation durch die eigene Geschichte und bleiben den anderen TeilnehmerInnen nachhaltiger in Erinnerung. Gleichzeitig bieten sie Anknüpfungsmöglichkeiten für weiterführende Gespräche und Austausch im Rahmen des Workshops.


Seminartag 1

Im Seminarraum liegen oder hängen vorab Schautafeln mit Beispielen verschiedener Bildtypen. Eintreffende TN bekommen Punkte, die sie schon im Vorfeld auf die für sie interessantesten Schautafeln kleben sollen. Der Raum ist mit Tischgruppen strukturiert, die Sessel sind zu Beginn zu einem Sesselkreis zusammengefügt. Auf den Sesseln liegen Moderationskarten und Stifte.


Einstieg
  • Begrüßung durch Bildungsabteilung, Formalitäten
  • Sesselkreis: Erörterung der Schautafeln ausgehend von jenen, die die meisten Punkte aufgeklebt bekommen haben. Frage an die TN, welche, warum, was, wie usw.
  • TN schreiben jede für sich auf ihre Moderationskarte etwas zu ihren Workshoperwartungen.
  • wicked question game zu den Erwartungen an das Workshop
  • Sammlung der Erwartungshaltungen auf einer gemeinsamen Flipchart. Sammeln der Moderationskarten auf einer Trennwand. Auflösung des Sesselkreises zu den Tischgruppen.
  • Einführung ins Sketchen. (Video)
  • Aufgabenstellung an TN an den Tischen: die TN zeichnen auf einem Blatt Papier eine Vorstellung von sich selbst für das WS.
  • Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen anhand der produzierten Bilder
  • Darstellung des WS-Ablauf anhand des vorbereiteten Template-Plakats


Bildstatistik und Diagramme
  • Übung: Die TN sitzen in Zweiergruppen zusammen. Eine TN berichtet der anderen über den eigenen Betrieb. Die Zuhörende TN setzt das Erzählte sketchend um. Dann Wechsel der Rollen zwischen berichtender und sketchender TN.


Templates und Prozessmoderation
  • Input zur Einführung der Arbeit mit Templates.
  • Praktisches Arbeiten der TN mit Templates und selbst wählbaren Übungsaufgaben:
    • Vorstrukturieren einer Betriebsratssitzung
    • Vorstrukturieren einer Betriebsversammlung
    • Visualisieren eines Projekts des BR oder im Betrieb
    • grafische Darstellung des KV-Prozesses
    • grafische Darstellung der Einführung eines zustimmungspflichtigen technischen Systems
    • usw. ...
  • Rundgang durch Galerie der bearbeiteten Templates


Templates Rundgang.png


Seminartag 2

Der Einstieg in den zweiten Tag beginnt mit in 3er- oder 4er-Gruppen. In den Gruppen soll der erste Tag rekapituliert und bewertet werden.

Ist die Besprechung der Anwendungsbeispiele von Templates am Vortag nicht abgeschlossen worden, wird die Vorstellung der Plakate durch die TeilnehmerInnen an dieser Stelle abgeschlossen.


Bild- und Visualisierungstypen
hm, unbekannter Bildtyp ... verwirrend
* Input und Auswahl zu Visualisierungstypen (Folien)
    • Venn-Diagramm
    • Torten
    • Pfaddiagramm
    • Organigram
    • Querschnitte durch soziale Gebilde
    • Adbusting
    • Meme
    • Motivational
    • Comic
    • usw. ...
  • Input zu Arbeitsschritten der Wiener Methode der Bildstatistik.
  • Tipps zu methodischen Vorgangsweisen, Ausdifferenzieren von Inhalt, Aussage, Medien, Zielgruppe, Werkzeug, Bildtyp.
  • Brainstorming: Welche Visualisierungstypen stehen uns zur Verfügung, passen für unseren Gebrauch, unsere Zielgruppe, welche Medien, welche Themen?
  • Sammlung der Ideen im Zuge eines Mapping-Prozesses zur Gruppierung in Inhalte, Medien, Zielgruppen, Werkzeuge. Diskussion.
  • Spielerisches Probieren mit Comic-Strip, Korrekturen und Adbusting-Beispielen.


Politische Ästhetik
  • Input zu Politische Ästhetik und Arbeitswelt in Bildern.


Visuelle Umsetzung einer Aussage/Problemlage
  • eigenständiges Arbeiten. TN legen sich auf ein praktisch durchzuspielende Beispiel für ihre visuelle Kommunikation im Betrieb fest und arbeiten an der Umsetzung.


Graphic Facilitation, Datenjournalismus, Betriebsästhetiken
  • kurze blitzlichthafte Inputs zu Feldern, auf die wir im Workshop nicht weiter eingehen können, aber auch interessante Themenblöcke für ein Workshop wie das unsere darstellen:
    • Was ist Graphic Facilitation, wo finde ich etwas dazu, was bringt's ...?
    • Was ist Datenjournalismus, wo ..., was ...?
    • politische Ästhetik innerhalb des Betriebs, der Unternehmen, der Unternehmenskommunikation
    • Was gibt es heute mit einem Anspruch wie er im Roten Wien von Otto Neurath mit der Wiener Methode der Bildstatistik gelebt wurde?


Plakatgestaltung und Ausklang
  • Übung an Plakaten, die von den TN in die Betriebe und BR-Körperschaften mitgenommen werden.
  • Feedback-Runde


Erwartungshaltungen

Auf Kärtchen gesammelt ...

Februar 2018 (1. WS)
geclustert
WIE?
  • Techniken kennenlernen
  • Darstellungsformen
  • Know-How zu Layout und Bildeinsatz (Farben, Position, ...)
  • Bildbearbeitung (was, wie?)
  • Visualisierungen für BR-Themen und BR-Medien (Schwarzes Brett, Newsletter)
  • mit Bildern auf den Punkt kommen, Dinge verständlich machen, Botschaft rüberbringen
  • Selbst zeichnen vs fotografieren vs Bilder irgendwo heraussuchen (Bilddatenbanken?)

WAS GEHT?

  • Sensibilisierung: Was ist erlaubt?
  • wie komme ich zu "lizenzfreien" (frei verwendbaren) Bildern?
  • Copyright, Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte
  • Wie wird mit Bildern/Statistik manipuliert?
  • Internet und Bilder ... was wie wo und worauf achten?

WOZU?

  • Die Welt der Bilder. Die Macht der Bilder. (1 Bild sagt mehr als 1.000 Worte)
  • Begeistern, motivieren und einfangen
  • Wie kann ich überprüfen, ob Nachricht ankommt (ob ein Bild funktioniert)?
  • Best Practice Beispiele: Welche Fotos/Bilder wofür?
  • Macht der Bilder in BR-Arbeit integrieren


Februar 2019 (3. WS)
geclustert
Material?
  • Quellen
  • Wo kriege ich Bilder her?
  • Quellen im Internet

Recht?

  • Urheberrechtsfrage
  • Was darf ich machen, wie mache ich mich nicht strafbar?
  • Copyright
  • Quellen, welches Bildmaterial darf veröffentlicht werden

Anwendung?

  • Wie lasse ich Bilder "sprechen"
  • Technik Tipps, Programme, Apps
  • Bilder verändern
  • Das richtige Bild zum Text finden
  • no go's
  • Digitalisierung, Faktor Zeit
  • Verbesserung Newsletter
  • aussagekräftige Bilder für Blog, Intranet, Präsentation

Wirkung?

  • das Gegenüber "austricksen"
  • Aufmerksamkeit erzeugen
  • Bildsprache, Sensibilität im Bildaufbau
  • Narrativ
  • Botschaften an die Belegschaft
  • wie teste ich meine Botschaft?


Feedback

Februar 2018 (1. WS)
  • am zweiten Tag waren wir alle gleichzeitig müde
  • was mehr: zeichnen
  • was weniger: zeichnen
  • sehr gutes Verhältnis von wissenschaftlichem Hintergrund und von praktischem Tun und an praktischen Tipps
  • Super, optimal, großartig
  • grad richtiger Zeitaufwand für die jeweils verschiedenen Programmteile
  • die Sitzanordnung war nicht optimal
  • besonders toll die 7 Grundformen des Sketchens
  • vl mehr tools und tools direkt anwenden, mehr links zu Hilfmitteln
  • bisschen zu kurz gekommen ist der gezielte Einsatz von Bildern, wofür kann ich was verwenden.
  • mehr Anschauungsbeispiele wie das Kern-Video


Oktober 2018 (2. WS)
  • ++++, Alles so lassen! ... Einfach nur super!
  • zu wenig Zeit. Mehr Infos zu Grafiken, Bild, Skizze, Pic, ..
  • Strichmännchen sind eine neue Erfahrung
  • Vortrag war super
  • Die Gruppe ist sehr angenehm
  • + Aufbau & Inhalt, + die Energie im Raum, + Kompetenz der Vortragenden, + Zeitmanagment
  • kann jetzt Männchen zeichnen und guter Bezug zu BR-Arbeit
  • + Templates für das eigene Projekt, ++
  • +++ \o/
  • hätt ich mir "digitaler" vorgestellt
  • weniger Gruppenarbeit ist mehr
  • wenn man keine Ahnung von der Materie hat, manchmal schwierig zu folgen
  • ++ Links wie finde ich Infos, +++ Unterlagen im Web abrufbar, <3 pdf der Präsentationen
  • Bereichernd
  • + gute Tipps zur Erstellung von Präsentationen
  • noch mehr moderne Arbeitsmittel vorstellen
  • viele neue Ideen bekommen
  • tolle Tipps für Visualisierungen
  • Sketchnotes & Templates + Übungen
  • + hat viel Spaß gemacht


Februar 2019 (3. WS)

+ bildhafte Gedankenstütze, Zeichenpraxis, Anwendungsideen
+ 1. Tag mit Mischung aus Zeichnen und Präsentationen
- 2. Tag ohne Zeichnen, nur Präsentationen, kein 3. Tag
+ Bildanalyse (PolitikerInnen)
- Laptop praktische Übungen
+ Feedback Template
- Feedback bei Templates zu lang, zeitliches Limit setzen
+ hohe Kompetenz der Vortragenden, super Zusammenspiel zwischen TrainnerInnen
+ Austausch mit anderen, Vielfalt, Gutes Klima in der Gruppe
+ der Raum, Pausen
- Einstieg Wicket Question Game
+ kreativ
+ Story of Bottled Water, Story in Bildern "Das bin ich"
- mehr Bsp mit betrieblichen Best Practise
- hätte mehr am Computer arbeiten wollen und das erwartet
+ Templates Zeichnen
+ Sternenmännchen, Sketching


Workshop Impressionen

Februar 2018 (1. WS)
Oktober 2018 (2. WS)
Februar 2019 (3. WS)

Materialien, Links, Hinweise

(Der Abschnitt wird immer wieder um neue Empfehlungen erweitert ...)

Sketchen & Zeichnen

Im WS sehen wir uns in zwei Durchgängen das Video "Seven Elements" des Youtube-Kanals "Bigger Picture" an, einmal durchgehend und dann mit Pausen nach jedem der sieben Elemente, um selbst zu zeichnen ...

  1. Menschen (Sterne mit Köpfen)
  2. Orte (bzw. Verortungen)
  3. Abfolgen (Aufzählungen, Richtungen)
  4. Rede (Sprechblasen)
  5. Text (Fragen, Aussagen)
  6. Farbe
  7. Effekte

Eine deutschsprachige Einführung ins Sketchen bietet das Video Was sind Sketchnotes? auf dem Youtube-Kanal von Frau Hölle Studios.

Einführungen, Tutorials und mehr wie z.B. Empfehlungen für Sketching-Apps gibt es auf sketchnoting. Ein empfehlenswertes, aber kostenpflichtiges Tutorial zum Thema Sketchnoting, das Schritt für Schritt in das Thema einführt gibt es dort als Sketchnote-Workshop. Im letzten Abschnitt auf dieser Seite unten bei den Grafikprogrammen findest du noch weitere Empfehlungen.


Templates
Template "Leuchtturm" angewendet: Weg zu BVs für alle Systeme
Wir arbeiten mit den Templates für Flipcharts
  • Ballon
  • Baum
  • Bergwanderung
  • Eisberg
  • Kreis
  • Leuchtturm
  • Lupe
  • Seefahrt
  • Weg bis hierher
  • Weg ab hier


Diese Templates sind einfach nachzuzeichnen, gut vorzubereiten und können leicht abgewandelt werden. Verwendungszwecke könnten BR-Sitzungen, Betriebsversammlungen, Klausuren sein.

Plakate, die auf Basis von Templates entstanden sind und Momentaufnahmen oder Prozesse oder Ziele zeigen, können gut bei Schwarzen Brettern oder auf Türen von BR-Büros hängen (und eben z.B. Ziele und den Weg dorthin allgemein sichtbar darstellen):


Hier einige exemplarische Anwendungen von Templates


Memes & Meme-Generatoren

Für ein bißchen Hintergrund, was Memes sind, lies dir vielleicht zuerst den kurzen #sbsm-Glossar über Virals durch, auch wenn es hier um eine Sonderform geht. Ein wenig länger ist der Eintrag auf Wikipedia zum Internetphänomen Memes.

Ein Meme-Bild lebt von den Elementen der Wiedererkennbarkeit (running-gag), den popkulturellen Bezügen, dem Spiel mit der Bild-Text-Schere, prägnanten Aussagen und - noch einmal - vom Spiel mit den wiedererkennbaren Wiederholungen. In etwa so, wie ein Peanuts oder Calvin & Hobbes Comic-Strip dadurch noch gewinnt, dass wir die Charaktere und ihre Eigenheiten über mehrere Comics hinweg immer besser kennen.

Für uns ist ausreichend, dass wir von den Meme-Generatoren wissen. Das sind Websites, mit denen wir einfach und schnell Bilder aus der Kombination von Hintergrundbild und Text basteln können. Auf Meme-Generatoren wie makeameme.org, memegenerator.net oder imgflip.com finden sich

  • die populärsten Meme-Hintergrundbilder
  • jede Menge mit dem Generator erstellter Anwendungen von anderen Leuten
  • die Möglichkeit schnell eigene Bilder zu produzieren.

Einfach ausprobieren und beim Ausprobieren keine zu hohen Ansprüche an die Perfektion pro geschaffenen Bild setzten. Lieber viele Abwandlungen und Variationen ausprobieren und dann auswählen, was gut rüber und bei anderen gut ankommt.

Wo lassen sich Meme-Bilder gut einsetzen? Auf Facebook, am Schwarzen Brett, im Betriebsratsblog oder auch in der Betriebsratszeitung.


Anschauungsbeispiele & Bildtypen


Bildquellen

Wir können uns Bilder aus unterschiedlichen Quellen besorgen. Zuerst stellt sich die Frage, wofür wollen wir auf welche Bildquellen zurückgreifen.

  • Suchen wir Bilder für die Betriebsratszeitung, das Betriebsratsblog, Aushang auf Schwarzen Brettern? Geht es nur um digitalen Gebrauch, genügt Bildschirmauflösung oder geht es um Drucksachen?
  • Suchen wir Bilder als einfache Auflockerung zu Text (einfach) oder sollen die Bilder eine eigene Message transportieren (komplexer)?
  • Haben wir als BR bereits eine eigene Bildsprache entwickelt bzw wollen wir das? Oder genügen uns fallspezifisch einzelne Bilder, die nur für die jeweilige Anwendung gerade passen.

Für die eigene Bildsprache und Bildästhetik des Betriebsrats ist es naheliegend, wenn wir als BR Bilder selbst produzieren. Umgekehrt ist es eine große Erleichterung, wenn es im BR oder BR-Umfeld Personen gibt, die Talente dafür haben und sich hier gerne einbringen.


1. Bilder selbst produzieren (lassen)
Zu den wertvollen Talenten zur Bildproduktion zählen: Fotografieren, Bildbearbeitung, Zeichnen, Malen, gute Ideen für Bildkompositionen produzieren, gute Bilder finden und auswählen, Bildgeschichten machen, Layouten, Diagramme erstellen, Memes anpassen und nutzen, Shareables machen, Videos machen, ein eigenes Bildarchiv (z.B. der MitarbeiterInnen und des Betriebs über Jahrzehnte?) zu verwalten, ...
Es macht Sinn, etwas Zeit darin zu investieren, im eigenen Umfeld zu schauen, wer welche Talente beizutragen bereit ist.

Als Unterpunkt des Selbst Produzierens können wir an bereits existierendes Bildmaterial aus dem Betriebsumfeld denken. Unser Betrieb existiert seit Jahrzehnten? Dann macht euch auf die Suche nach alten Archivbeständen. Analoge Bilder von MitarbeiterInnen verdeutlichen auf einen Blick, wer die Arbeit macht und wer der Betrieb ist. Diese Bilder erzählen von sich aus bereits eine Geschichte.


2. Bilder aus dem gewerkschaftlichen Medienpool
Die Zeitungen, Webauftritte, Blogs der Arbeiterkammern, Gewerkschaften und gewerkschaftsnahen Organisationen produzieren laufend Bildmaterial, das von uns genutzt und weiterverwendet werden kann und soll.

Für BetriebsrätInnen sind Medien wie das Kompetenz Magazin, die Arbeit und Wirtschaft, ein Arbeit & Technik-Blog, die Broschüren und Aussendungen von GPA-djp und Arbeiterkammern oder Organisationen wie das Maria Jahoda - Otto Bauer Institut uvm bekannt und vielleicht selbstverständlich, aber das heißt nicht, dass unsere MitarbeiterInnen diese Quellen und ihre Informationen kennen.
Hier gibt es viel zu finden, was für den BR gut zu nutzen ist (, auch wenn es dort viel Stock-Foto-Material gibt, auf das wir verzichten sollten). Abonnieren und gesammelte Ablage von guten Bildquellen macht Sinn, so dass wir auf dieses Material schnell zugreifen können.


3. Bilder aus dem Internet
Die Quelle "WWW" liegt so nahe. Worauf ist zu achten.

  1. stellt sich die Frage, ob wir nicht mit den beiden Quellen oben besser fahren.
  2. müssen wir die Rechtlichen Fragen von Urheberrecht und Verwertungsrechten (Copyright) bedenken, vor allem wenn die Bilder online verwendet werden.
  3. ist Bildmaterial auf Websites, die gezielt Bildmaterial anbieten (Stock Fotos), von einer Ästhetik geprägt, die nichts mit unseren Arbeitswelten zu tun hat. Hier dominiert die Bildwelt der Unternehmen, der Werbung, der kapitalistischen Propaganda.
  4. gibt es umgekehrt Videomaterial, das wir zumindest in BR-Blogs einfach einbetten können. Und es gibt Material, das wir auf Facebook einfach teilen können, weil es dort bereits die Runde macht.
  5. können wir Meme-Generatoren (siehe oben) oder online Tools (siehe unten) nutzen.

Suchen wir per Suchmaschine Bildmaterial auf Basis unserer Suchbegriffe, empfiehlt es sich "erweiterte Suchoptionen" zu nutzen. Dort lässt sich die Suche oft auf frei nutzbare Bilder einschränken.

Bei Google wird zuerst der Suchbegriff eingegeben und der Reiter für das Durchsuchen von Bildern angeklickt. (Oder der direkte Link für Bildersuche.) Dort kann dann unter "Tools" der Lizenztyp ausgewählt werden.

Besser als Google wäre eine freie Suchmaschine. Wir können mit Duckduckgo Bilder durchsuchen. Leider bietet Duckduckgo im Moment noch keine Filterfunktion für die freien Lizenzen an.

Bei Flickr durchsuchen wir Bildmaterial von NutzerInnen, die das auf die Plattform hochgeladen haben. Zu den NutzerInnen gehören auch Betriebsräte und Gewerkschaften, weswegen wir hier leichter fündig werden. Die Suche bietet unter dem Link "erweitert" ebenfalls die Option, auf freie Lizenzen zu beschränken.

Pixabay bietet einen Pool an Bildern, die Stock Fotos gleichen, wo aber alle Bilder frei genutzt werden können.


Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme

Neben dem unverwüstlichen, ins Betriebssystem Windows integrierten MS Paint gibt es eine Vielzahl an Grafikprogrammen. Nachdem sich das Angebot im Laufe der Zeit ändert, macht Sinn, in die Suchmaschine den genaueren Bedarf einzugeben, so nach Empfehlungen zu suchen und etwas herumzuprobieren.

Für AnfängerInnen und den gelegentlichen Bedarf reichen Apps in der Regel aus. Empfehlungen für Apps sind plattformabhängig, z.B. für Android oder IOS.

Mit Canva und Gravit.io lassen sich sehr schöne Grafiken für fast jede Gelegenheit (z.B. Poster, Banner, Webgrafiken und "Social Media Sharables" etc.) erstellen. Beide Angebote ist kostenlos. Hier ein Blogartikel zur Wahl und Anpassung von Bildgrößen für Plattformen wie Facebook, Instagram & Co.

Infografiken lassen sich einfach und unkompliziert auf der Website easel.ly basteln oder mit Venngage zusammenbasteln. Eine Einführung in die Erstellung von Infografiken gibt es als Teil 4 einer Serie zu Visueller Kommunikation auf dem basicthinking-Blog.

Ein leistungsstarkes Grafikprogramm, das Freie Software ist und dabei (fast) alles kann, ist Gimp. Gimp ist kostenlos herunterzuladen und in der Nutzung gratis. Gimp ist vergleichbar dem kostenpflichtigen Photoshop und ähnlich komplex wie dieses. Es gibt aber Tutorials und ein Handbuch.

Kizoa ist ein Tool und eine App zum Erstellen von Filmen und Videos, ohne dass mensch dafür besondere vertiefte Kenntnisse benötigt. Videobeiträge können auch mit dem Videoeditor Filmora erstellt werden, der als App-Version und als Desktop-Version verfügbar ist.