Workshop zu Visueller Kommunikation

Aus Bloghandbuch

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Neues, im Frühjahr 2018 erstmals organisiertes Schulungsangebot für Betriebsrätinnen und Betriebsräte, bereitgestellt von der Bildungsabteilung der GPA-djp.

Visuelle Kommunikation ist seit Jahren immer mehr in aller Munde. Vor allem via Internet verbreiten sich Bilder, visuelle funktionierende Inhalte. Wir haben uns überlegt, warum sollte Betriebsrätinnen und Betriebsräte da nicht mitspielen?


Ausschreibungstext

Titel: Die Welt der Bilder in der Arbeitswelt (WS)
Utl.: Visuelle Kommunikation in der Betriebsratsarbeit


Bekanntlich sagen Bilder oft mehr als 1000 Worte. Unser Workshop zielt vor diesem Hintergrund auf ein Ziel ab: die Kompetenzen des Betriebsrats als vielseitigem, souveränen Kommunikator zu stärken.

Dazu widmen wir uns

  • dem Einsatz von Bildern für die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebsrats,
  • der Analyse der Kommunikation der ArbeitgeberInnenseite sowie den Möglichkeiten von Gegendarstellungen,
  • der Nutzung praktischer Visualisierungswerkzeuge und dem Erlernen von Visualisierungstechniken für die Kommunikation den Betriebsrats.

Neben den praktischen Übungen zu jeder dieser Ebenen bieten wir in diesem Workshop eine Reihe kurzer Inputs, um das Verständnis der erlernten Fähigkeiten durch Hintergrundwissen zu vertiefen.

Dafür erinnern wir vor allem an die Wiener Methode der Bildstatistik. Wir lernen auch etwas darüber, wie politische Ästhetik heute in den Medien wirkt.

Darüber hinaus widmen uns der Vielfalt witziger Bildtypen, die jederzeit leicht zugänglich sind, unsere Inhalte transportieren helfen können und die wir im Betrieb für Schwarze Bretter, bei Betriebsversammlungen, in Betriebsratszeitungen oder -blogs verwenden können.


Ziele:

Die TeilnehmerInnen

  • lernen Möglichkeiten und Prinzipien visueller Kommunikation kennen;
  • lernen Aussagen durch das spielerische Ausprobieren verschiedener Bildtypen zu transportieren;
  • üben das praktische Arbeiten mit Templates und Visualisierungstechniken;
  • analysieren und verstehen mit welcher politischen Ästhetik die Arbeitgeberseite ihre Positionen verbreitet;
  • kennen die Geschichte der Wiener Methode der Bildstatistik im Überblick und erhalten dadurch Anregungen;
  • können das Potenzial neuer Medien (das „visual web“) gezielt nutzen;
  • verstehen, wie Bilder das Verstehen und Erinnern von Informationen fördern können.


Die TeilnehmerInnen sind eingeladen, Bildmaterialien aus dem Betrieb mitzubringen. Mitgebrachte Laptops oder Tablets mit W-Lan-Funktion können außerdem für das praktische Arbeiten im Workshop verwendet werden, sind aber keine Voraussetzung für die Teilnahme an dem Workshop.


TrainerInnen:
  • Dr. Petra Bernhardt ist Politikwissenschaftlerin und Coach. Sie forscht und lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und ist Mitglied des Forschungsschwerpunkts Visual Studies in den Sozialwissenschaften. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die visuelle politische Kommunikationsforschung.


Workshop Design

Der zweitägige Workshop ist für 20 TeilnehmerInnen gedacht.


Seminartag 1

Im Seminarraum liegen oder hängen vorab Schautafeln mit Beispielen verschiedener Bildtypen. Eintreffende TN bekommen Punkte, die sie schon im Vorfeld auf die für sie interessantesten Schautafeln kleben sollen. Der Raum ist mit Tischgruppen strukturiert, die Sessel sind zu Beginn zu einem Sesselkreis zusammengefügt. Auf den Sesseln liegen Moderationskarten und Stifte.


Einstieg
  • Begrüßung durch Bildungsabteilung, Formalitäten
  • Sesselkreis: Erörterung der Schautafeln ausgehend von jenen, die die meisten Punkte aufgeklebt bekommen haben. Frage an die TN, welche, warum, was, wie usw.
  • TN schreiben jede für sich auf ihre Moderationskarte etwas zu ihren Workshoperwartungen.
  • wicked question game zu den Erwartungen an das Workshop
  • Sammlung der Erwartungshaltungen auf einer gemeinsamen Flipchart. Sammeln der Moderationskarten auf einer Trennwand. Auflösung des Sesselkreises zu den Tischgruppen.
  • Einführung ins Sketchen. (Video)
  • Aufgabenstellung an TN an den Tischen: die TN zeichnen auf einem Blatt Papier eine Vorstellung von sich selbst für das WS.
  • Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen anhand der produzierten Bilder
  • Darstellung des WS-Ablauf anhand des vorbereiteten Template-Plakats


Bildstatistik und Diagramme
  • Übung: Die TN sitzen in Zweiergruppen zusammen. Eine TN berichtet der anderen über den eigenen Betrieb. Die Zuhörende TN setzt das Erzählte sketchend um. Dann Wechsel der Rollen zwischen berichtender und sketchender TN.


Templates und Prozessmoderation
  • Input zur Einführung der Arbeit mit Templates.
  • Praktisches Arbeiten der TN mit Templates und selbst wählbaren Übungsaufgaben:
    • Vorstrukturieren einer Betriebsratssitzung
    • Vorstrukturieren einer Betriebsversammlung
    • Visualisieren eines Projekts des BR oder im Betrieb
    • grafische Darstellung des KV-Prozesses
    • grafische Darstellung der Einführung eines zustimmungspflichtigen technischen Systems
    • usw. ...
  • Rundgang durch Galerie der bearbeiteten Templates


Templates Rundgang.png


Seminartag 2

Der Einstieg in den zweiten Tag beginnt mit in 3er- oder 4er-Gruppen. In den Gruppen soll der erste Tag rekapituliert und bewertet werden.


Politische Ästhetik
  • Input zu Politische Ästhetik und Arbeitswelt in Bildern.


Bild- und Visualisierungstypen
hm, unbekannter Bildtyp ... verwirrend
* Input und Auswahl zu Visualisierungstypen (Folien)
    • Venn-Diagramm
    • Torten
    • Pfaddiagramm
    • Organigram
    • Querschnitte durch soziale Gebilde
    • Adbusting
    • Meme
    • Motivational
    • Comic
    • usw. ...
  • Input zu Arbeitsschritten der Wiener Methode der Bildstatistik.
  • Tipps zu methodischen Vorgangsweisen, Ausdifferenzieren von Inhalt, Aussage, Medien, Zielgruppe, Werkzeug, Bildtyp.
  • Brainstorming: Welche Visualisierungstypen stehen uns zur Verfügung, passen für unseren Gebrauch, unsere Zielgruppe, welche Medien, welche Themen?
  • Sammlung der Ideen im Zuge eines Mapping-Prozesses zur Gruppierung in Inhalte, Medien, Zielgruppen, Werkzeuge. Diskussion.


Visuelle Umsetzung einer Aussage/Problemlage
  • eigenständiges Arbeiten. TN legen sich auf ein praktisch durchzuspielende Beispiel für ihre visuelle Kommunikation im Betrieb fest und arbeiten an der Umsetzung.


Graphic Facilitation, Datenjournalismus, Betriebsästhetiken
  • kurze blitzlichthafte Inputs zu Feldern, auf die wir im Workshop nicht weiter eingehen können, aber auch interessante Themenblöcke für ein Workshop wie das unsere darstellen:
    • Was ist Graphic Facilitation, wo finde ich etwas dazu, was bringt's ...?
    • Was ist Datenjournalismus, wo ..., was ...?
    • politische Ästhetik innerhalb des Betriebs, der Unternehmen, der Unternehmenskommunikation
    • Was gibt es heute mit einem Anspruch wie er im Roten Wien von Otto Neurath mit der Wiener Methode der Bildstatistik gelebt wurde?


Plakatgestaltung und Ausklang
  • Übung an Plakaten, die von den TN in die Betriebe und BR-Körperschaften mitgenommen werden.
  • Feedback-Runde


Erwartungshaltungen

Auf Kärtchen gesammelt ...

Februar 2018 (1. WS)
geclustert
WIE ?
  • Techniken kennenlernen
  • Darstellungsformen
  • Know-How zu Layout und Bildeinsatz (Farben, Position, ...)
  • Bildbearbeitung (was, wie?)
  • Visualisierungen für BR-Themen und BR-Medien (Schwarzes Brett, Newsletter)
  • mit Bildern auf den Punkt kommen, Dinge verständlich machen, Botschaft rüberbringen
  • Selbst zeichnen vs fotografieren vs Bilder irgendwo heraussuchen (Bilddatenbanken?)

WAS GEHT?

  • Sensibilisierung: Was ist erlaubt?
  • wie komme ich zu "lizenzfreien" (frei verwendbaren) Bildern?
  • Copyright, Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte
  • Wie wird mit Bildern/Statistik manipuliert?
  • Internet und Bilder ... was wie wo und worauf achten?

WOZU?

  • Die Welt der Bilder. Die Macht der Bilder. (1 Bild sagt mehr als 1.000 Worte)
  • Begeistern, motivieren und einfangen
  • Wie kann ich überprüfen, ob Nachricht ankommt (ob ein Bild funktioniert)?
  • Best Practice Beispiele: Welche Fotos/Bilder wofür?
  • Macht der Bilder in BR-Arbeit integrieren


Feedback

Februar 2018 (1. WS)
  • am zweiten Tag waren wir alle gleichzeitig müde
  • was mehr: zeichnen
  • was weniger: zeichnen
  • sehr gutes Verhältnis von wissenschaftlichem Hintergrund und von praktischem Tun und an praktischen Tipps
  • Super, optimal, großartig
  • grad richtiger Zeitaufwand für die jeweils verschiedenen Programmteile
  • die Sitzanordnung war nicht optimal
  • besonders toll die 7 Grundformen des Sketchens
  • vl mehr tools und tools direkt anwenden, mehr links zu Hilfmitteln
  • bisschen zu kurz gekommen ist der gezielte Einsatz von Bildern, wofür kann ich was verwenden.
  • mehr Anschauungsbeispiele wie das Kern-Video


Oktober 2018 (2. WS)
  • ++++, Alles so lassen! ... Einfach nur super!
  • zu wenig Zeit. Mehr Infos zu Grafiken, Bild, Skizze, Pic, ..
  • Strichmännchen sind eine neue Erfahrung
  • Vortrag war super
  • Die Gruppe ist sehr angenehm
  • + Aufbau & Inhalt, + die Energie im Raum, + Kompetenz der Vortragenden, + Zeitmanagment
  • kann jetzt Männchen zeichnen und guter Bezug zu BR-Arbeit
  • + Templates für das eigene Projekt, ++
  • +++ \o/
  • hätt ich mir "digitaler" vorgestellt
  • weniger Gruppenarbeit ist mehr
  • wenn man keine Ahnung von der Materie hat, manchmal schwierig zu folgen
  • ++ Links wie finde ich Infos, +++ Unterlagen im Web abrufbar, <3 pdf der Präsentationen
  • Bereichernd
  • + gute Tipps zur Erstellung von Präsentationen
  • noch mehr moderne Arbeitsmittel vorstellen
  • viele neue Ideen bekommen
  • tolle Tipps für Visualisierungen
  • Sketchnotes & Templates + Übungen
  • + hat viel Spaß gemacht


Workshop Impressionen

Februar 2018 (1. WS)
Oktober 2018 (2. WS)


Materialien, Links, Hinweise

(Der Abschnitt wird bei neuen Empfehlungen laufend erweitert ...)


Sketchen & Zeichnen

Im WS sehen wir uns in zwei Durchgängen das Video "Seven Elements" des Youtube-Kanals "Bigger Picture" an, einmal durchgehend und dann mit Pausen nach jedem der sieben Elemente, um selbst zu zeichnen ...

  1. Menschen (Sterne mit Köpfen)
  2. Orte (bzw. Verortungen)
  3. Abfolgen (Aufzählungen, Richtungen)
  4. Rede (Sprechblasen)
  5. Text (Fragen, Aussagen)
  6. Farbe
  7. Effekte


Eine deutschsprachige Einführung ins Sketchen bietet das Video Was sind Sketchnotes? auf dem Youtube-Kanal von Frau Hölle Studios.

Einführungen, Tutorials und mehr wie z.B. Empfehlungen für Sketching-Apps gibt es auf sketchnoting. Ein empfehlenswertes, aber kostenpflichtiges Tutorial zum Thema Sketchnoting, das Schritt für Schritt in das Thema einführt gibt es dort als Sketchnote-Workshop. Im letzten Abschnitt auf dieser Seite unten bei den Grafikprogrammen findest du noch weitere Empfehlungen.


Templates
Template "Leuchtturm" angewendet: Weg zu BVs für alle Systeme
Wir arbeiten mit den Templates für Flipcharts
  • Ballon
  • Baum
  • Bergwanderung
  • Eisberg
  • Kreis
  • Leuchtturm
  • Lupe
  • Seefahrt
  • Weg bis hierher
  • Weg ab hier


Diese Templates sind einfach nachzuzeichnen, gut vorzubereiten und können leicht abgewandelt werden. Verwendungszwecke könnten BR-Sitzungen, Betriebsversammlungen, Klausuren sein.

Plakate, die auf Basis von Templates entstanden sind und Momentaufnahmen oder Prozesse oder Ziele zeigen, können gut bei Schwarzen Brettern oder auf Türen von BR-Büros hängen (und eben z.B. Ziele und den Weg dorthin allgemein sichtbar darstellen):


Hier einige exemplarische Anwendungen von Templates


Memes & Meme-Generatoren

Für ein bißchen Hintergrund, was Memes sind, lies dir vielleicht zuerst den kurzen #sbsm-Glossar über Virals durch, auch wenn es hier um eine Sonderform geht. Ein wenig länger ist der Eintrag auf Wikipedia zum Internetphänomen Memes.

Ein Meme-Bild lebt von den Elementen der Wiedererkennbarkeit (running-gag), den popkulturellen Bezügen, dem Spiel mit der Bild-Text-Schere, prägnanten Aussagen und - noch einmal - vom Spiel mit den wiedererkennbaren Wiederholungen. In etwa so, wie ein Peanuts oder Calvin & Hobbes Comic-Strip dadurch noch gewinnt, dass wir die Charaktere und ihre Eigenheiten über mehrere Comics hinweg immer besser kennen.

Für uns ist ausreichend, dass wir von den Meme-Generatoren wissen. Das sind Websites, mit denen wir einfach und schnell Bilder aus der Kombination von Hintergrundbild und Text basteln können. Auf Meme-Generatoren wie memegenerator.net finden sich

  • die populärsten Meme-Hintergrundbilder
  • jede Menge mit dem Generator erstellter Anwendungen von anderen Leuten
  • die Möglichkeit schnell eigene Bilder zu produzieren.

Einfach ausprobieren und beim Ausprobieren keine zu hohen Ansprüche an die Perfektion pro geschaffenen Bild setzten. Lieber viele Abwandlungen und Variationen ausprobieren und dann auswählen, was gut rüber und bei anderen gut ankommt.

Wo lassen sich Meme-Bilder gut einsetzen? Auf Facebook, am Schwarzen Brett, im Betriebsratsblog oder auch in der Betriebsratszeitung.


Anschauungsbeispiele & Bildtypen


Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme

Neben dem unverwüstlichen, ins Betriebssystem Windows integrierten MS Paint gibt es eine Vielzahl an Grafikprogrammen. Nachdem sich das Angebot im Laufe der Zeit ändert, macht Sinn, in die Suchmaschine den genaueren Bedarf einzugeben, so nach Empfehlungen zu suchen und etwas herumzuprobieren.

Für AnfängerInnen und den gelegentlichen Bedarf reichen Apps in der Regel aus. Empfehlungen für Apps sind plattformabhängig, z.B. für Android oder IOS.

Mit Canva und Gravit.io lassen sich sehr schöne Grafiken für fast jede Gelegenheit (z.B. Poster, Banner, Webgrafiken und "Social Media Sharables" etc.) erstellen. Beide Angebote ist kostenlos. Hier ein Blogartikel zur Wahl und Anpassung von Bildgrößen für Plattformen wie Facebook, Instagram & Co.

Infografiken lassen sich einfach und unkompliziert auf der Website easel.ly basteln oder mit Venngage zusammenbasteln. Eine Einführung in die Erstellung von Infografiken gibt es als Teil 4 einer Serie zu Visueller Kommunikation auf dem basicthinking-Blog.

Ein leistungsstarkes Grafikprogramm, das Freie Software ist und dabei (fast) alles kann, ist Gimp. Gimp ist kostenlos herunterzuladen und in der Nutzung gratis. Gimp ist vergleichbar dem kostenpflichtigen Photoshop und ähnlich komplex wie dieses. Es gibt aber Tutorials und ein Handbuch.

Kizoa ist ein Tool und eine App zum Erstellen von Filmen und Videos, ohne dass mensch dafür besondere vertiefte Kenntnisse benötigt.