Kategorie:Gegenöffentlichkeit2.0
Aus Bloghandbuch
«Gegenöffentlichkeit», ein Begriff eher aus den 60er und v.a. 70er Jahren und aus dem linken und gewerkschaftlichen Umfeld. Der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit markierte damals einen der vordringlichsten Strategieansätze der Gewerkschaften.
Die Gegenöffentlichkeitsoffensive der Gewerkschaften
Betriebszeitungen sollten der Informationspolitik der Unternehmer etwas entgegenhalten. Gewerkschaftliche Blätter boten eine Alternative zur Informationspolitik des Mediensystems, das damals schon vom Kapital der Arbeitgeber abhängig war.
Der Aufwand an Ressourcen war dabei immer die größte Hürde und Herausforderung gewesen. Es war die Zeit der vielen kleinen Druckerpressen.
Wie gut das funktioniert hat bzw. unter welchen innergewerkschaftlichen Voraussetzungen, dazu siehe diese lehrreiche Untersuchung aus dem Jahr 1976.
Gegenöffentlichkeit2.0
Heute bergen Werkzeuge und Medien wie das Blog neuerlich und realer die Chance auf die Etablierung von praktischen, lebendigen und funktionierenden Gegenöffentlichkeiten.
Eine der Grundlagen dafür: der geringe Ressourcenaufwand. Ein Betriebsrat kann ein Blog ohne finanziellen Einsatz, ohne größere organisatorische Aufwendungen und ohne besondere Herausforderungen eines speziellen Know-hows betreiben.
Was wir hier versuchen, das ist praktischerseits so etwas wie eine «Gegenöffentlichkeit2.0» zu fördern und mit aufzubauen.
Neben der praktischen Seite soll jedoch auch die praxis-theoretische Erörterung, die historische Analyse, was wir da eigentlich tun und die theoretisch strukturierte Diskussion und kritische Darstellung nicht zu kurz kommen.
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