Diskussion:Web2.0-Dienste
Aus Bloghandbuch
Blogs bzw. Weblogs
Weblogs sind eine der zentralen neue Einrichtungen des Web 2.0. Die Bezeichnung setzt sich aus den Wörtern „Web“ (englisch, kurz für WWW – World Wide Web) und „Log“ (für Log- bzw. Tagebuch) zusammen; verbreitet und ebenso geläufig wird die Kurzbezeichnung Blog verwendet. Bei einem Blog handelt es sich um eine in ihrer Grundform einfach einzurichtenden Website, auf der unterschiedliche Inhalte, Texte, Fotos, Videos oder Audiodateien veröffentlich werden können. Als Synonym für das Schreiben und Veröffentlichen in einem Blog hat sich auch der Begriff „bloggen“ durchgesetzt. In der einfachsten Version ist die Voraussetzung für die Erstellung eines Blogs ist das Anlegen eines BenutzerInnenkontos (auch: „Profil“, „Account“) ähnlich wie bei einer webbasierten Emailadresse ala Hotmail oder GMX mit BenutzerInnenname, Emailadresse und Passwort. Dies ist bei Bloganbietern wie www.wordpress.com, www.blogger.com, www.blog.com oder www.twoday.net möglich. Hier ist kein weiterer technischer Aufwand wie zum Beispiel das Installieren von Software oder ähnlichem erforderlich, um selbst Inhalte ins Netz zu stellen, wenn man dies möchte. Ebenfalls erhältliche, ausgefeiltere Versionen sind üblicherweise lizenzfrei benutzbare Open-Source-Produkte, die mit etwas mehr Aufwand und auch technischen Kenntnissen den eigenen Bedürfnissen detailgenau angepasst werden können.
Die Veröffentlichungen finden in chronologisch geführten Einträgen statt, sodass sich die Inhalte des Blogs je nach Veröffentlichungsintensität immer wieder aktualisieren. Vielfach ist daher auch von „dynamischen Websites“ im Vergleich zu statischen Homepages die Rede, da alte durch neue Beiträge ergänzt werden und gleichzeitig auch ein Archiv von veröffentlichten Inhalten entsteht. Sowohl zur besseren Auffindbarkeit als auch zur Vernetzung mit anderen Beiträgen im eigenen und in anderen Blogs werden die Einträge einerseits selbst bestimmbaren Kategorien zugeordnet und andererseits mit Stichworten („Tags“) versehen. Die Gesamtheit der Blogs und ihrer Einträge wird als „Blogosphäre“ bezeichnet.
Blogs werden entweder von einer Person oder von mehreren „Bloggern“ geführt. In der Regel sind sie öffentlich im Internet aufrufbar, sie können aber auch für bestimmte NutzerInnengruppen geschlossen zugänglich sein. Je nach definiertem NutzerInnenkreis können die Blogeinträge prinzipiell auch von anderen NutzerInnen kommentiert werden. Auch hierin macht sich der besondere Web 2.0-Charakter von Blogs bemerkbar: Inhalte werden nicht nur gesucht und gelesen, sondern können auch direkt kommentiert und bewertet werden. Mittlerweile ist es durch Erweiterungen und verschiedene Zusatzanwendungen („Add Ons“, „Widgets“ etc.) möglich und auch üblich, Blogbeiträge außerdem auch weiter zu verlinken bzw. via Verknüpfungen zum eigenen Facebook- oder Twitter-Profil mit anderen zu „teilen“. Dabei werden die Links zu den gewählten Blogeinträgen – teilweise noch mit eigenen Kommentaren versehen – an andere Profile, die man in Sozialen Netzwerken mit dem eigenen BenutzerInnenkonto durch „hinzufügen“ („adden“) verbunden hat, gesendet. Auf diese Weise entsteht je nach Verwendungsintensität ein ständiger Informationsaustausch zu inhaltlichen Fundstücken, auf die man im Internet stößt bzw. auf die man durch andere InternetnutzerInnen aufmerksam gemacht wird. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Blogs, sondern auch für Soziale Netzwerke, Social Media-Plattformen und Microblogging-Dienste.
Blogs werden heute nicht mehr nur von Einzelpersonen betrieben, sondern unter anderem auch von Zeitungen, die Profiblogger anstellen, Unternehmen, die sogenannte Corporate Blogs einrichten und NGOs, die
Microblogging
Eine im wahrsten Sinne des Wortes verkürzte Form des Bloggens ist das microblogging. Dabei werden wie beim Bloggen Einträge verfasst, chronologisch gespeichert und veröffentlicht. Wesentlich ist, dass es sich bei den Einträgen aber im Vergleich zu Blogartikeln um SMS-artige Kurzmeldungen mit üblicherweise weniger als 200 Zeichen handelt. Fotos, Dokumente, Videos etc. werden nur verbreitet, indem auf diese mittels verkürzter Links verwiesen wird.
Der bekannteste und am häufigsten verwendete Microblogging-Dienst ist www.twitter.com, der 2006 startete. Voraussetzung für das senden von Kurzmeldungen, genannt Tweets, ist wiederum das Einrichten eines BenutzerInnenprofils. Über dieses werden Nachrichten an andere Profile gesandt, sofern diese mit dem eigenen BenutzerInnenkonto verbunden sind. Diese Verknüpfung erfolgt, indem man einer twitternden Person „folgt“, das heißt man abonniert deren Nachrichten. Die AbonnentInnen, die Follower genannt werden, können diese Gefolgschaft allerdings auch wieder per simplem Mausklick auflösen.
Im Grunde handelt es sich bei Twitter bzw. Microbloggingdiensten im Allgemeinen um Echtzeitnachrichtendienste. Nachrichten, die man von anderen Profilen erhält, indem man sie abonniert, können über das eigene Profil sehr einfach an die eigenen Follower weiter geleitet werden (retweet), sodass ein ständiger Informationsfluss entsteht, indem man selbst sowohl Nachrichten empfängt als auch einfach nur weiterleitet oder selbst erstellt. Der Reiz und auch der Erfolg von Twitter liegen in der Einfachheit der Informationsverbreitung begründet. Sowohl die einfache Handhabung der Informationsweitergabe als auch die Kürze der Nachrichten beschleunigen den Informationsfluss. Mittlerweile nutzen sowohl Unternehmen als auch PolitikerInnen Twitter. Vielfach geht es dabei weniger um das Bereitstellen von Informationen als vielmehr um die Beobachtung von Kommunikation über eigene Programme, Entscheidungen oder Produkte. Twitter wird damit zu einer „immer effizienteren Meinungs- und Empfehlungsmaschine“ (Business Kurier, 05.11.2009, S. 12).
Hinweis! In der Regel sind die Tweets sowohl durch alle PlattformbenutzerInnen als auch durch allgemeine Suche im Internet auffindbar. Es ist aber möglich, die Zugänglichkeit zu den eigenen Tweets auf die Gruppe der eigenen Follower zu beschränken. Dabei gilt es aber zu beachten, dass diese zugelassenen Follower die Nachrichten an ihre eigenen Follower sehr wohl retweeten können. Tweeten heißt also prinzipiell immer: veröffentlichen! Dies sollte jedem/jeder bei der Nutzung bewusst sein.
Tags
Tags sind Schlagwörter, die NutzerInnen verschiedenen Inhalten zuordnen, um diesen zu charakterisieren bzw. zu indizieren. Unterschiedliche Einträge in Blogs, auf Social Bookmarking Plattformen abgespeicherte Links, Fotos auf Flickr oder Videos auf Youtube können so übergreifenden Themen zugeordnet werden. Dies erleichtert nicht nur die Suche nach Inhalten, sondern dient auch der Vernetzung verschiedener Inhalte: durch das taggen entstehen sogenannte Tagclouds – zu Deutsch: „Schlagwortwollken“ –, in denen sowohl die eigenen Inhalte zu einem Begriff als auch jene anderer NutzerInnen abgerufen werden können.
RSS
RSS ist ein spezielles Format zur Veröffentlichung von Veränderungen auf Seiten im WWW. Werden Inhalte im RSS-Format veröffentlich, ist es für NutzerInnen möglich, Websites die sie interessieren als RSS-Feed zu abonnieren, um sich so über Änderungen und Neuigkeiten auf der Seite informieren zu lassen. Neuigkeiten auf den abonnierten Seiten erreichen die InteressentInnen automatisch in Form von kurzen Informationsblöcken, die eine Schlagzeile, einen kurzen inhaltlichen Ausschnitt und einen Link zur Originalseite (z.B. ein neuer Blogeintrag) enthalten. Die Darstellungsform ist vergleichbar mit einem Email, von dem bei Erhalt man AbsenderIn, Betreff und eine kurze Vorschau zu sehen bekommt. Ähnlich wie bei Emails sind auch spezielle Anwendungen – sogenannte Feedreader – notwendig, um RSS-Feeds zu abonnieren bzw. die Informationsblöcke mit Neuigkeiten abrufen zu können. Solche Feedreader bieten mittlerweile nicht nur Emailprogramme an, sondern sind mittlerweile auch in gängige Webbrowser integriert oder können ähnlich wie webbasierte Emailanbieter gratis im Internet genutzt werden. RSS vereinfacht insbesondere die Beobachtung einer großen Menge von Quellen wie z. B. Blogs, in denen es eher selten zu Änderungen kommt, deren Aktualisierung der Leser aber nach Möglichkeit nicht verpassen möchte.