Diskussion:Web2.0
Aus Bloghandbuch
Das Internet in einer neuen Version: Web 2.0
Als Schlagwort ist der Ausdruck Web 2.0 seit einigen Jahren in aller Munde. Google, die größte und derzeit populärste Internetsuchmaschine der Welt, findet dazu ungefähr 40.900.000 Treffer (Stand März 2010). Bei der derart weiten Verbreitung dieser Bezeichnung für neue Formen der Internetnutzung stellt sich die Frage, was mit dem Internet passiert (ist), dass dafür eine neue Beschreibung herangezogen wird. Der Zusatz „2.0“ ist der IT-Fachsprache entliehen, in der eine neue Version einer Software mit einer entsprechenden Versionsnummer versehen wird. Was sich in Bezug auf das Internet maßgeblich geändert hat, sind aber nicht so sehr die technischen Grundlagen, auf denen das World Wide Web (WWW) basiert, sondern vielmehr die Art der Nutzung von Internetanwendungen. Technisch kann das Internet kann nach wie vor wie folgt beschrieben werden: Das Internet ist ein globales Netzwerk bestehend aus einer Vielzahl von Rechnernetzwerken, in dem mittels des genormten Datenübertragungsprotokolls TCP/IP Daten ausgetauscht werden. Es ermöglicht die Nutzung von Internetdiensten wie vor allem Email und World Wide Web (WWW), wobei zunehmend auch Dienste wie Telefonie, Radio und Fernsehen internetbasiert angeboten und genutzt werden.
Internet: wer suchet, der findet Homepages
Es sind sowohl neue Internetdienste als vor allem auch neue Formen der Nutzung von Internetdiensten, durch die man von einer neuen Version bzw. einer zweiten Generation des Internet sprechen kann. Was sich hier genau verändert hat, zeigt ein Vergleich mit dem Internet der 1990er und anfänglichen 2000er Jahre. Dieses war maßgeblich von Homepages gekennzeichnet, die von Webmastern und Homepagedesignern programmiert und gewartet wurden. InternetnutzerInnen konnten hauptsächlich die auf Homepages bereitgestellten Informationen suchen und konsumieren. „Die zuvor vorwiegend passiv genutzten Formen des World-Wide-Web waren lediglich Umformungen altbekannter Massenmedien wie Zeitung, Buch, Rundfunk und Fernsehen plus Briefverkehr und Telefon via Computer.“
Web 2.0: Mitgestaltung, Austausch, Vernetzung von Inhalten
Der Kern des Neuen im Web 2.0 ist demgegenüber, dass InternetnutzerInnen nicht mehr nur Informationen suchen und konsumieren, sondern diese auch selbst bereitstellen und vernetzen. Das Internet neuer Version zeichnet sich durch die Zunahmen von Inhalten aus, die neudeutsch mit User Generated Content bezeichnet werden. Die Möglichkeiten, Informationen zu erstellen, zu verbreiten und zu vernetzen machen das Internet zum sogenannten Mitmach-Web. Die Bereitstellung von Inhalten – Texte, Bilder, Musik, Videos etc. – erfolgt dabei nicht mehr nahezu ausschließlich über Homepages, sondern über Soziale Medien, das heißt Internetanwendungen wie Blogs (=Weblogs) und Wikis sowie Soziale Netzwerke. Während im Internet alter Prägung spezielle technische Fertigkeiten wie das Programmieren von Homepages nötig waren, um Inhalte öffentlich oder für einen beschränkten NutzerInnenkreis zur Verfügung zu stellen, kann dies heute im Grunde jede/r einzelne tun. Eine Kurzformel dieser Veränderung könnte lauten:
Internet = nur lesen Web 2.0 = lesen + schreiben
Dass nicht nur das lesen, sondern auch das Bereitstellen möglich ist, dafür sorgen vielfältige einfach zugängliche kostenlose Angebote im Internet, die im Grunde ähnlich funktionieren wie webbasierte Emailadressen ala Hotmail, GMX, Yahoo etc. Im Web 2.0 werden somit die interaktiven Komponenten des bisherigen Internet wie Email, Foren und Chats aufgegriffen und weiterentwickelt. Veröffentlichte von Dokumenten und Fotos findet nicht mehr nur auf statischen Homepages statt, sondern auf Foto-Plattformen, dynamischen Seiten wie Blogs oder Online-Netzwerken wie Facebook. Ein wesentliches Charakteristikum ist dabei, dass nicht nur jede/r einzelne NutzerIn Inhalte veröffentlichen kann, sondern dass diese Inhalte auch von anderen NutzerInnen kommentiert, weiter verlinkt oder - wie im Falle von Wikis ala Wikipedia – bearbeitet werden können. Damit können nicht nur prinzipiell von überall aus Informationen gesucht und abgerufen werden, sie können auch jederzeit und überall ins Netz gestellt werden. Die dadurch entstehende Dynamik verschärft sich noch einmal mit internetfähigen mobilen Geräten wie iPhone, BlackBerry etc.
Arbeit und Technik: Web 2.0 (geplante Broschüreninhalte)
I Hintergründe, Entwicklungen: Internet – Web 2.0
- Allgemeine Beschreibung der strukturellen und inhaltlichen Aspekte der Neuformierungen im Internet: technisch, wirtschaftlich, sozial.
- NutzerInnenverhalten – „User Generated Content“
II Bausteine des Web 2.0: „Tools statt Webpages“
- Blogs und Microblogging
- Soziale Medien: Netzwerke (facebook etc.), Medien (flickr, Youtube etc.)
- Wikis
III NutzerInnen
- Beschreibung des Web 2.0-Nutzungsverhaltens und der NutzerInnengruppen mit Bezug auf die Nutzung der vorgestellten Web 2.0-Tools (z.B. aktive Social Network-Accounts etc.)
IV Fokus Web 2.0 im Kontext Arbeitswelt
- „Unternehmen 2.0“: interne Kommunikationsprozesse und betriebliches Wissensmanagement, PR und Öffentlichkeitsarbeit, Veränderung von Arbeitsprozessen und Erweiterung von Tätigkeitsprofilen, Frage der Internetnutzung am Arbeitsplatz.
- „ArbeitnehmerInnen 2.0“: Datenschutz, Privatnutzung Internet – Nutzungsverhalten, Möglichkeiten/Risiken, Umgang mit Firmeninformationen, Schutz der eigenen Privatsphäre.
- „Betriebsrat 2.0“: Mitbestimmung – Regelung zum Umgang mit Web 2.0 im Betrieb, Nutzung der Web 2.0-Tools für die BR-Tätigkeit – betriebliche etc. Gegenöffentlichkeit.
- Exkurs: „Gewerkschaft 2.0“
- „Social Media Policy“ (Richtlinien zum Umgang mit Sozialen Medien im Betrieb, Betriebsvereinbarung).
V Bewusstseinsbildung