Blog

Aus Bloghandbuch

Wechseln zu: Navigation, Suche

Weblogs oder kurz Blogs sind eine der einfachsten und verbreitesten Formen, regelmäßig im Internet etwas zu publizieren. Oft auf die Definition von "Tagebüchern im Internet" reduziert, sind sie viel mehr.

Der Begriff des Weblogs leitet sich aus der Kombination der zwei Begriffe Web (von World Wide Web) und Logbuch (engl.: Log, Logbook) ab. Daher hieß es lange Zeit grammatikalisch einzig richtig "das Blog", abgeleitet von das Weblogbuch. Mittlerweile erkennt aber der deutsche Duden auch "der Blog" als richtig an, ein symptomatisches Zeichen, welche Bedeutung Blogs in unserer Gesellschaft bereits erreicht haben.


Viel mehr als nur Tagebücher

Zentrales Element von Blogs sind die Einträge (oder Artikel) und der Umstand, dass diese in einer chronologischen Abfolge stehen. Jeder Eintrag hat ein Datum, alle Einträge zusammen ergeben damit ein Archiv mit Geschichte, eine Abfolge, eine Chronologie, eine Dokumentation.

Blogs eignen sich also zur Dokumentation von etwas und sie sind unterschiedlich relevant, je nach dem was und wie dokumentiert wird. Während es Millionen privater Blogs gibt, die tatsächlich so etwas wie Tagebücher im Internet darstellen, gibt es genauso Dokumentationen von Reisen, Projekten, Arbeitsprozessen, Veranstaltungen und vieles mehr.

Eine besonders wichtige Spielart der Dokumentation mit Blogs sind die sogenannten Watchblogs. Hier wird etwas beobachtet und dokumentiert wie z.B. die Lobbyarbeit der Konzerne, der Boulvardjournalismus von Bild oder der Kronenzeitung in Österreich, die Gerichtsverhandlungen gegen zivilgesellschaftliche Organisationen oder die Aktivitäten von Neonazis.

Blogs als Software und als Kulturtechnik

Mit dem Begriff Blog kann einerseits die Art und Struktur jener Software (Blog-Software) gemeint sein, die uns das einfache Online Stellen von chronologischen Einträgen erleichtert (das Content Management System oder kurz CMS).

Mit dem Begriff des Blog und der Tätigkeit des "Bloggens" kann auch eben diese Tätigkeit des Bloggens und damit das prototypische "wie blogge ich richtig" oder "was macht eine BloggerIn aus?" gemeint sein; also die Kulturtechnik.

Blog-Software

Ein Erfolg der Blogs ist nicht nur der Einfachheit geschuldet, mit der wir Einträge Online stellen können, sondern auch der Einfachkeit, mit der sich ein Blog starten und einrichten lässt. So wie vor 15 Jahren gratis Email-Dienste aus dem Boden geschossen und immer leitungsfähiger geworden sind, hat sich ähnliches in den letzten 5 Jahren mit Blog-Diensten wiederholt.

In der einfachsten Version ist die Voraussetzung für die Erstellung eines Blogs, das Anlegen eines BenutzerInnenkontos (auch: "Profil", "Account") bei einer Blog-Plattform. Dies ist bei Anbietern wie wordpress.com, blogger.com oder twoday.net möglich. Hier ist kein weiterer technischer Aufwand wie das Installieren von Software oder ähnlichem erforderlich. Sofort nach Anlegen eines Kontos und nach Eröffnen eines Blogs kann man selbst Inhalte ins Netz stellen, wobei das Artikel schreiben und veröffentlichen, etwa mit dem Email Schreiben und Senden vergleichbar ist.

Neben dem Weg über die bekannten, kostenfreien Blog-Plattformen kann auch die Blog-Software gratis heruntergeladen und auf eigenem Serverplatz installiert werden. So können ausgefeiltere Versionen, von üblicherweise lizenzfrei benutzbarer Open-Source-Produkten verwendet und mit etwas mehr Aufwand und technischen Kenntnissen, den eigenen Bedürfnissen detailgenau angepasst werden.

Die Kultur des Bloggens

Zur Kultur des Bloggens gehören vielerlei Dinge. Nicht alles ist gleich bedeutend und darüber hinaus ist klar, dass Blog-Software aufgrund ihrer einfachen Anwendung gerne auch für Webseiten verwendet wird, ohne dass diese auch nur versuchen, "Blogs" im eigentlichen, im kulturellen Sinne zu sein.

Zur Kultur des Bloggens gehört jedenfalls die Bereitschaft zum Dialog und zur Vernetzung. Bloggen heißt die Kommentarfunktion offen zu halten, auf Kommentare zu antworten und zum Kommentieren einzuladen. Es heißt in weiterer Ausprägung, nicht nur mit Personen im eigenen Blog zu kommunizieren, die hier kommentieren, sondern den Blick über den eigenen Blogrand offen zu haben. Dazu gehört das Verlinken zu interessanten Texten, Bildern, Videos auf anderen Webseiten und v.a. Blogs (Zitieren), das Transparent Machen der Blogs, die man selber liest und schätzt (Blogroll), das Referenzieren auf Beiträge in anderen Blogs und führen von Diskussionen quer über Blogs (Blogosphäre).

All diese Aspekte des Zitierens, des Pflegens einer Blogroll und des Wahrnehmens, was sonst so in der Blogosphäre passiert und des Teilnehmens an Debatten und Diskussionen, läuft auf Vernetzung hinaus, auf den größeren Zusammenhang und Horizont, auf gesellschaftliches Engagement, auf Solidarität.

Dass Blogs mehr als nur Tagebücher mit Katzenbildern sind, wird auch in dem sbsm-Beitrag beschrieben.